Über…

Und watt soll dat ganze hier jetz‘?

Willkommen im Raststättenbällebad des Internets, im Konzertnachgespräch der Plastikbecher-Einsammler, Willkommen auf der anderen Seite, im Abseits, am Katzentisch.

Noch ein quietschebunter virtueller Raum, in dem sich irgend ‘ne Olle darüber auslässt wie ungerecht die Welt ist? Ja man, irgendwie schon. Erstens weil ich es ziemlich cool finde, dass es davon schon so einige gibt und ich mich in bester Gesellschaft dabei fühle. Zweitens weil ich aber finde, dass da irgendwie eine große Lücke ist, die mich wirklich stört. Nämlich zwischen denen die sich verstehen und zustimmen und den anderen die sich verstehen und etwas anderem zustimmen. Diese Lücke ist die endlose Pause, wenn du gerade noch mit einem heißen, eloquenten Typen an der Bar gequatscht hast und er dich plötzlich Puppe nennt.

Diese Lücke ist auch das unangenehme Schweigen von dir und dem Fahrer, wenn deine Mutter im Taxi eine rassistische Bemerkung gemacht hat ohne sich dessen bewusst zu sein; oder wenn das Date im Eimer ist, weil du ihr die Tür aufgehalten hast, sie dann irgendwie sauer wirkt und du dich fragst, was du eigentlich falsch gemacht hast. Diese Lücke ist Unverständnis und Schweigen und bleibt leider viel zu oft bestehen, weil die echte Welt etwas mehr Mut und Spontaneität erfordert als das Internet. Und so ist manchmal jemand zu nah an uns dran, als dass wir etwas sagen könnten, weil wir dann Angst haben, dass etwas kaputt geht. Und manchmal ist jemand zu weit weg, eine gesichtslose Erscheinung im Netz und der ein oder andere verliert bei mangelhaft aufkommender Empathie die Manieren. Ist für’s Vorankommen beides nicht so pralle. Es muss da doch ein Mittelding geben. Deswegen setzen wir uns jetzt alle gemeinsam hier an diesen großen Katzentisch, direkt im Luftzug und neben dem Klo, und füllen gemeinsam diese Lücke. Fragen die Fragen und antworten die Antworten und denken die Gedanken (in laut!), die uns im echten Leben so oft im Halse stecken bleiben. Dafür ist kein Must-Read-Werke-Wissen nötig (aber Empfehlungen stets Willkommen!) und kluge Fragen können auch naiv formuliert werden; und Antworten ehrlich und direkt, ohne zu verletzen. Und wenn doch – ist ja hier zumindest alles quietschebunt. Weil wir ja eigentlich wollen, dass Mutti einfach versteht, dass sie auch witzig und dabei nicht rassistisch sein kann. Und weil wir den Typen auch eigentlich gerne küssen möchten aber eben nicht, wenn er so doofe Sachen sagt. Und weil wir beim nächsten mal gerne schlagfertiger wären, wenn wir jemandem begegnen, bei dem Hopfen und Malz verloren sind.

Diese Website soll auch ein Geschenk sein an all meine talentierten und kreativen Mitmenschen, deren lustige und schlaue Gedanken es viel zu oft nicht über den Kneipentresen hinaus schaffen, weil ihnen die Lohnarbeit die Zeit dafür mopst. Und damit auch ein Geschenk von euch und uns an jeden, der sich hierher verirrt. Sie soll eine Plattform sein für ungehörte und unerhörte Expert:innen, denn Politik ist Alltag und genau diese alltägliche Politik ist es doch, die gehört und diskutiert werden muss weil eben das erst unseren Alltag verändern kann und deshalb nicht übersehen werden darf.

Darum wird sich diese Seite und die ominöse Lücke mit Kolumnen, Interviews, Texten, Meinungen und Meinungen zu diesen Meinungen füllen, mit allem was euch und mich und uns so bewegt und was nicht mehr unter vier Augen bleiben soll. Ich freue mich, an dieser Stelle schonmal die Vorfreude auf einige tolle Autor:innen und Gesprächspartner:innen wecken zu dürfen.

Ich glaube wirklich fest daran, dass wenn wir unsere Welten und Köpfe und Perspektiven fusionieren (oh ein unreiner Reim!) da richtig geiler Scheiß bei rumkommen kann. Unsere Aufgabe ist doch lediglich, diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen.

Ach ja, unter „Mitmachen“ kannst du, naja, mitmachen. Toben wir uns aus!


Meinem Blog folgen

Erhalte Benachrichtigungen über neue Inhalte direkt per E-Mail.